Tipps zu Tretlagern / Getrieben: Unterschied zwischen den Versionen
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Alternativ kann auch eine Methode ohne Abzieher angewendet werden. Hierzu wird nach Schritt 3 der Fahrradrahmen in einen Schraubstock eingespannt, die linke Tretkurbel kräftig mit einem Gasbrenner erhitzt und mit einem kräftigen Hammerschlag (Hammer mindestens 1 kg, besser noch schwerer) auf einen kräftigen Metallstift, der möglichst nah am Fuße des Tretkurbel angesetzt ist, abgeschlagen. In der Regel funktioniert dies ohne Beschädigung des Materials, von dessen Belastung durch die große Hitze abgesehen. Das Risiko bei dieser Methode ist, dass ein eventueller Fehlschlag mit dem Hammer entweder das Fahrrad beschädigen oder die Hand stark verletzen kann. Es empfiehlt sich daher, die Methode an einem nicht mehr gebrauchsfähigen Fahrrad zu proben, um am eigentlichen Werkstück dann zielsicher im wahrsten Sinne des Wortes arbeiten zu können. | Alternativ kann auch eine Methode ohne Abzieher angewendet werden. Hierzu wird nach Schritt 3 der Fahrradrahmen in einen Schraubstock eingespannt, die linke Tretkurbel sehr kräftig mit einem Gasbrenner erhitzt und mit einem kräftigen Hammerschlag (Hammer mindestens 1 kg, besser noch schwerer) auf einen kräftigen Metallstift, der möglichst nah am Fuße des Tretkurbel angesetzt ist, abgeschlagen. In der Regel funktioniert dies ohne Beschädigung des Materials, von dessen Belastung durch die große Hitze abgesehen. Das Risiko bei dieser Methode ist, dass ein eventueller Fehlschlag mit dem Hammer entweder das Fahrrad beschädigen oder die Hand stark verletzen kann. Es empfiehlt sich daher, die Methode an einem nicht mehr gebrauchsfähigen Fahrrad zu proben, um am eigentlichen Werkstück dann zielsicher im wahrsten Sinne des Wortes arbeiten zu können. | ||
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Die Montage ergibt sich in logischer Folge aus der beschriebenen Demontage. | Die Montage ergibt sich in logischer Folge aus der beschriebenen Demontage. | ||
<span style="color:brown">Keiltretlager-Fahrräder hatten ab 1974 generell Tretkurbeln mit einem breiteren Fuß. Offenbar sollte damit einem Verziehen der Tretkurbeln vorgebeugt werden, was bei der früheren schlanken Ausführung nicht selten vorkam. Die Folge ist, dass Tretkurbeln und Kettenblätter späterer Ausführung nicht mit älteren Achsen kompatibel sind. Wohl aber können Tretkurbeln von Fahrrädern mit Thomposon-Tretlager auch an Fahrräder mit BSA-Tretlager angebaut werden (oder umgekehrt), dahingehend bestehen hinsichtlich der Tretkurbeln keine Unterschiede.</span> | <span style="color:brown">Keiltretlager-Fahrräder hatten ab circa 1974 generell Tretkurbeln mit einem breiteren Fuß. Offenbar sollte damit einem Verziehen der Tretkurbeln vorgebeugt werden, was bei der früheren schlanken Ausführung nicht selten vorkam. Die Folge ist, dass Tretkurbeln und Kettenblätter späterer Ausführung nicht mit älteren Achsen kompatibel sind. Wohl aber können Tretkurbeln von Fahrrädern mit Thomposon-Tretlager auch an Fahrräder mit BSA-Tretlager angebaut werden (oder umgekehrt), dahingehend bestehen hinsichtlich der Tretkurbeln keine Unterschiede.</span> | ||
<span style="color:brown">Bei BSA-Getrieben ist darauf zu achten, dass die Achswelle richtig herum eingesetzt wird (das längere Ende gehört nach links) und dass der relativ große, dünne Sicherungsring nicht verzogen oder schwergängig ist, andernfalls kann er seine Funktion, als harte Feder wirkend die Lagerschale zu fixieren, nicht mehr wirksam erfüllen und das Lager wird sich alsbald lockern.</span> | |||
===Tretkurbeln mit Keilbefestigung montieren=== | ===Tretkurbeln mit Keilbefestigung montieren=== | ||
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<span style="color:brown">Sollte die Tretkurbel trotz Festziehens des Keils beim Treten wackeln oder die Kraft ungleichmäßig übertragen, kann - wenn passende Ersatzteile nicht greifbar sein sollten - durch Einlegen eines Stück weichen Blechs (Messing etc.) zwischen Keil und Achsnut die Tretkurbel notdürftig fixiert werden. Eine dauerhaft kraftschlüssige Verbindung lässt sich auf diese Weise erfahrungsgemäß jedoch nur selten erreichen.</span> | <span style="color:brown">Sollte die Tretkurbel trotz Festziehens des Keils beim Treten wackeln oder die Kraft ungleichmäßig übertragen, kann - wenn passende Ersatzteile nicht greifbar sein sollten - durch Einlegen eines Stück weichen Blechs (Messing etc.) zwischen Keil und Achsnut die Tretkurbel notdürftig fixiert werden. Eine dauerhaft kraftschlüssige Verbindung lässt sich auf diese Weise erfahrungsgemäß jedoch nur selten erreichen.</span> | ||
[[Kategorie:Werkstatt und Restaurierung]] | [[Kategorie:Werkstatt und Restaurierung]] | ||
Aktuelle Version vom 6. April 2026, 18:53 Uhr
Glockengetriebe demontieren und warten
Ein Glockentretlager zu demontieren ist eine der risikoreichsten Arbeiten, die ein Fahrrad bieten kann. Die Gefahr, schwer zu beschaffende Fahrradteile zu beschädigen, ist im Vergleich zu anderen Arbeiten hoch, weshalb ein Glockengetriebe nur geöffnet werden sollte, wenn dies unbedingt nötig ist.
Hinreichende Gründe können dabei ein übermäßiges Spiel des Lagers oder eine hörbare Verunreinigung der Kugellager sein, wenn das Fahrrad beispielsweise viel in sandiger Umgebung gefahren wurde.
Wenn die Lager einfach nur "trocken", das heißt ungeschmiert sind, empfiehlt es sich zunächst sogenanntes Getriebefließfett mit einer Spritze samt Kanüle über den Öler des Lagers zuzuführen, sofern ein solcher vorhanden ist.
Bringt das keine Verbesserung oder ist wegen des Fehlens eines Ölers nicht möglich, so kann das Innenlager nach folgender Anleitung zerlegt werden:
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Zuerst wird die linke Pedale entfernt, um ausreichend Platz für die folgenden Arbeiten zu schaffen. Das Fahrrad sollte stabil stehen oder von einer anderen Person gehalten werden.1. Vorbereitung
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Der erste Arbeitsgang am Tretlager ist das Lösen der Sicherungsmutter (Schlitzmutter). Stehen hier- für keine Spezialwerkzeuge zur Verfügung kann auch ein sogenannter Torpedo-Schlüssel, wie im Bild gezeigt, zweckentfremdet werden. Die Maul- schlüsselseite wird hierfür mit einer Hand kräftig in die Schlitzmutter gedrückt, während er mit einem Rollgabelschlüssel in der anderen Hand entgegen des Uhrzeigersinns (Rechtsgewinde) gedreht wird.2. Entfernen der Sicherungsmutter
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Nachdem die Sicherungsmutter entfernt wurde, ist bereits der Vierkant erkennbar, auf den die Kurbel aufgepresst ist.3. Sicherungsmutter gelöst
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An dieser Stelle sollten alle weiteren Teile entfernt werden, die direkt mit dem Getriebe verbunden sind oder den Ausbau behindern können (Kette, rechte Pedale, Kettenschutz usw.)4. Vorbereitung (Teil 2)
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Danach kann der Abzieher für Glockentretlager angesetzt werden. Diesen gibt es sowohl als Originalteil oder auch als verbesserten Nachbau. Wer auf den Einsatz eines solchen Abziehers verzichten möchte, kann an dieser Stelle auf die "Hammerschlagmethode" ausweichen.5. Ansetzen des Abziehers
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Nachdem die linke Kurbel samt der daran befestigten Glocke abgezogen wurde, ist der Blick frei auf die lösbaren Teile des Innenlagers.6. Das freigelegte Innenlager
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Um an die Kugellager des Tretlagers zu kommen, muss zunächst die Sicherungsmutter (flache Sechskantmutter) auf der Tretlagerwelle gelöst werden. Um diese Arbeit zu erleichtern, bietet es sich an, eine alte Pedale von innen in die rechte Kurbel zu schrauben, sodass sich diese am Rahmen abstützt.7. Lösen der Innenlagerteile
Achtung: Die Sicherungsmutter besitzt ein Linksgewinde und muss zum Lösen im Uhrzeigersinn gedreht werden!
Nun kann die flache Nasenscheibe abgezogen werden und der Konus gelöst werden. -
Der Konus sitzt nun relativ lose auf der Welle und kann mit einem einfachen Stirnlochschlüssel abgeschraubt werden.8. Lösen des Konus'
Achtung: Der Konus besitzt ein Linksgewinde und muss zum Lösen im Uhrzeigersinn gedreht werden!
Danach kann die rechte Kurbel samt Lager nach rechts aus dem Rahmen gezogen werden. -
Das Bild zeigt die Teile in der Reihenfolge, in der sie demontiert wurden:9. Übersicht der ausgebauten Teile
1 - Sicherungsmutter der Kurbel; 2 - linke Kurbel; 3 - Sicherungsmutter des Konus'; 4 - Nasenscheibe (Verdrehsicherung); 5 - linker Konus; 6 - linker Kugelring; 7 - Einheit aus rechter Kurbel mit Kettenblatt, Tretlagerwelle und rechtem Konus samt Kugelring -
Zum Ausbau der Lagerschalen kann ausnahmsweise rohe Gewalt angewendet werden, da sie aus ihrer Presspassung im Rahmen getrieben werden müssen. Hierzu wird ein dicker Messingbolzen durch die erste Lager- schale gesteckt und leicht schräg gestellt, sodass er an der Innenseite der anderen Lagerschale anliegt. Dann kann diese mit einigen kräftigen Schlägen (min. 500g Hammer) ausgetrieben werden. Die Schlagrichtung sollte dabei immer wieder variiert werden, um die Schale ringsum gleichmäßig zu lösen.11. Ausbau der Lagerschalen
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Das Bild zeigt die Teile in der Reihenfolge, in der sie demontiert wurden:12. Übersicht der ausgebauten Teile
1 - Öler mit Röhrchen; 2 - Hülse; 3 - rechte Lagerschale; 4 - linke Lagerschale
Alternativ kann auch eine Methode ohne Abzieher angewendet werden. Hierzu wird nach Schritt 3 der Fahrradrahmen in einen Schraubstock eingespannt, die linke Tretkurbel sehr kräftig mit einem Gasbrenner erhitzt und mit einem kräftigen Hammerschlag (Hammer mindestens 1 kg, besser noch schwerer) auf einen kräftigen Metallstift, der möglichst nah am Fuße des Tretkurbel angesetzt ist, abgeschlagen. In der Regel funktioniert dies ohne Beschädigung des Materials, von dessen Belastung durch die große Hitze abgesehen. Das Risiko bei dieser Methode ist, dass ein eventueller Fehlschlag mit dem Hammer entweder das Fahrrad beschädigen oder die Hand stark verletzen kann. Es empfiehlt sich daher, die Methode an einem nicht mehr gebrauchsfähigen Fahrrad zu proben, um am eigentlichen Werkstück dann zielsicher im wahrsten Sinne des Wortes arbeiten zu können.
Glockengetriebe montieren
Alle Lagerteile werden gründlich mit Petroleum gereinigt, getrocknet und in umgekehrter Reihenfolge mit reichlich Fett (Vorratsschmierung) wieder eingebaut.
Keilgetriebe demontieren
Anlass für die Demontage
Für Wartungszwecke muss das Lager demontiert werden, um es abzuschmieren. Dies ist bei BSA-Getrieben nur in großen Abständen erforderlich, um altes verharztes Fett zu ersetzen. Beim Thompson-Getriebe hingegen empfiehlt sich bei regelmäßiger Nutzung des Fahrrads ein jährliches Abschmieren, weil es relativ schlecht vor Schmutz und Nässe geschützt ist.
Soll lediglich das Lagerspiel nachgestellt werden, kann dies anders als bei Glockengetrieben auch bei montierten Tretkurbeln erfolgen. Ein scheinbar unerklärlich schwergängiger Tritt eines Fahrrads kann mit zu geringem Lagerspiel des Tretlagers zusammenhängen. Ein zu großes Lagerspiel wiederum führt zu wackelnden Pedalen, erhöht ebenfalls den Verschleiß und provoziert ein Schleifen des Kettenschutzes oder sogar ein Abspringen der Kette. Intakte Tretlager lassen sich so justieren, dass ein leichtgängiger Lauf ohne merkliches Spiel möglich ist. Nach größerer Nutzungsdauer lässt sich dieses Optimum mitunter nicht mehr einstellen. In dem Fall ist als Kompromiss ein leicht erhöhtes Lagerspiel in Kauf zu nehmen oder die Achse (seltener auch der Kugelkäfig/Kugeln und die Lagerschalen) muss erneuert werden.
Machen sich beim Fahren knirschende Geräusche im Tretlager bemerkbar, ist meist der Kugelkäfig oder sogar eine der Kugeln zerbrochen. Dies tritt in der Praxis meist durch Schmutz, Rost oder falsches Lagerspiel auf. Deshalb nützt Fahrrädern mit Thompson-Getriebe der vergleichsweise große und damit stärker belastbare Kugelkäfig nichts, weil er durch die genannten Einwirkungen dennoch schneller beschädigt wird als der kleinere Kugelkäfig des BSA-Getriebes.
Während Glockengetriebe stets eine feste Verbindung von Achswelle und Tretkurbel haben, kann es bei Keilgetrieben vorkommen, dass eine Demontage erforderlich wird, weil die Tretkurbel trotz angezogener Keilmutter nicht fest sitzt und die Kraft ungleichmäßig überträgt. Insbesondere bei Fahrrädern der 1970er/80er Jahre kommt das aufgrund mangelhafter Materialqualität häufiger vor. Mit etwas Glück ist lediglich der Keil deformiert. Andernfalls ist die Achsnut für den Keil beschädigt, sodass das Tretlager komplett zerlegt und die Achswelle getauscht werden muss.
Weitere Gründe für eine Demontage können ein beschädigtes Kettenblatt oder eine verbogene Achswelle sein.
Tretkurbeln mit Keilbefestigung demontieren
Das Demontieren von Tretkurbeln mit Keilbefestigung ist anders als beim Glockengetriebe relativ leicht zu bewerkstelligen. Um Schäden am Material vorzubeugen empfiehlt es sich aber, so sorgsam vorzugehen, wie es im folgenden beschrieben ist:
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Zur Demontage von Keilkurbeln sind folgende Werkzeuge erforderlich:1. Werkzeuge
- Hammer / Fäustel (min. 1kg)
- massiver Aluminium- oder Messingbolzen
- Rollgabelschlüssel o.ä.
- eventuell Rostlöser / Kriechöl -
Desweiteren wird ein solides und etwa 1m langes Brett benötigt, in dessen Stirnseite eine Bohrung mit 10mm Durchmesser und etwa 15mm Tiefe eingebracht wurde. Dieses Brett dient als Auflage für die Kurbel und fängt später die Schlagenergie ab, wodurch eine Beschädigung der Lagerflächen des Innenlagers vermieden wird.2. Holzstütze
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In die zuvor erwähnte Bohrung wird der aus der linken Kurbel ragende Kopf des Kurbelkeils gesteckt und der nach unten hängende Rahmen am Brett fixiert. Hilfreich und lackschonend ist hierbei ein alter Fahrradschlauch; am Steuerkopf sollte eine weiche Zwischenlage verwendet werden.3. Vorbereitung
Wie im Bild zu sehen, wird diese Arbeit erheblich vereinfacht, wenn zuvor sämtliche Anbauteile vom Rahmen entfernt werden. -
Wichtig ist, dass die Kurbel an der Stirnseite des Bretts möglichst plan aufliegt (gehalten durch das Eigengewicht und den Kopf des Kurbelkeils). Das ist bei fast allen Kurbeln problemlos möglich; eine Ausnahme bildet aber die rechte Kurbel bei Rennrädern. Dort müssen am Brett entsprechende Aussparungen geschaffen werden, damit die Kurbel möglichst großflächig aufliegt.4. Kurbelauflage
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Anschließend wird die Sicherungsmutter und die darunterliegende Scheibe des Kurbelkeils entfernt und in den so geöffneten Spalt etwas Rostlöser eingebracht. Ob dieser letztlich entscheidend beim Lösen der Keilverbindung hilft, darf bezweifelt werden, doch schädlich ist er keinesfalls.5. Rostlöser
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Um das Gewinde beim nachfolgenden Ausschlagen des Keils zu schützen, wird die Sicherungsmutter wieder aufgesetzt und soweit aufgeschraubt, dass sie oben mit dem Gewinde des Keils abschließt. Zwischen Mutter und Kurbel sollte dabei ein kleiner Spalt offen bleiben.6. Mutter aufsetzen
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Nach Abschluss der Vorbereitungen kann der Keil ausgeschlagen werden. Dazu wird das Brett senkrecht aufgestellt (eventuell von einer zweiten Person gehalten) und der Messingbolzen auf die Sicherungsmutter gesetzt. Der Bolzen reduziert das Risiko, die Kurbel oder andere Teile durch abgerutschte Fehlschläge zu beschädigen.7. Keil ausschlagen
In Abhängigkeit verschiedener Faktoren variiert die nötige Schlagenergie zum Lösen der Verbindung. Deshalb sollte zunächst "leicht" geschlagen werden und die Intensität danach langsam erhöht werden, bis der Keil nachgibt. -
Wenn der Keil aus seinem Presssitz gelöst wurde, sollte er sich nach Entfernen der Sicherungsmutter leicht aus der Kurbel ziehen lassen. Bei korrodierten Keilen muss ggf. auch noch mit einem Durchschlag nachgeholfen werden.8. Kurbel demontiert
Im unteren Bild: Die demontierte linke Kurbel, der Kurbelkeil und die Planfläche der Tretlagerwelle.
Bei Thompson-Lagern kann an dieser Stelle bereits das Innenlager ausgebaut werden (siehe Punkt 3.3) -
Bei BSA-Lagern müssen dagegen beide Kurbeln entfernt werden, um das Lager vollständig warten zu können. Dazu wird die rechte Kurbel nach dem gleichen Verfahren gelöst.9. Rechte Kurbel demontieren
Sollte sich die Kurbel nach Entfernen des Keils nicht einfach von der Welle abnehmen lassen, kann die Welle mit dem Rollgabelschlüssel an der Planfläche der anderen Seite gehalten werden und die Kurbel so abgedreht werden. Keinesfalls sollte mit Zangen o.ä. an der Welle gearbeitet werden, weil durch Zangenabdrücke und Grate die präzise Passung zwischen Welle und Kurbel beschädigt werden könnte.
Bei stark beanspruchten Fahrrädern mit minderwertigen Keilen kann es vorkommen, dass der Keil so stark deformiert wurde, dass ein Herausschlagen auch mit viel Kraft nicht möglich ist. In dem Fall bleibt nichts anderes übrig, als von einer Demontage abzusehen oder aber die Achse mitsamt der Tretkurbel mit einem Winkelschleifer zu durchtrennen, was aufgrund des festen Achsmaterials und der ungünstigen Platzverhältnisse herausfordernd werden kann.
BSA-Tretlager ausbauen und warten
Für den Ausbau eines BSA-Innenlagers müssen zunächst die Kurbeln demontiert werden, was in Punkt 3.2 beschrieben ist.
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In den Werkzeugtaschen der Sporträder wurden in den 50er und 60er Jahren die oben abgebildeten Universal-Werkzeuge mitgeliefert, mit denen sich u.a. das Tretlager warten lassen sollte:1. Werkzeuge (original)
links ein Maulschlüssel für die rechte Lagerschale mit Hakenschlüssel für den Konterring und kleinem Maulschlüssel für die Sicherungsmutter der Kurbelkeile
rechts ein Werkzeug u.a. mit Stirnschlitz-Schlüssel für die linke Lagerschale -
Die sehr einfach ausgeführten Originalwerkzeuge sind wenig belastbar und deshalb heute nur noch selten zu finden. Daher sind moderne Werkzeuge generell besser geeignet und meist haltbarer.2. Werkzeuge (Nachbau)
Benötigt werden:
Tretlager-Schlüssel und Stirnschlitz-Schlüssel
Alternativen:
- Maulschlüssel (Weite: 34mm)
- Hakenschlüssel (Durchmesser: 44mm)
- Stirnlochschlüssel -
Zuerst muss der Konterring auf der linken Seite des Innenlagers gelöst werden. Dazu den Hakenschlüssel in eine der Nuten einhängen und entgegen des Uhrzeigersinns abdrehen.3. Konterring lösen
Wenn die Nuten dabei ausreißen oder bereits beschädigt sind, bleibt nur die Möglichkeit, den Konterring mit einer großen Zange o.ä. zu lösen. Ein so gelöster Konterring sollte aufgrund der entstehenden scharfen Kanten anschließend nicht mehr verwendet werden. -
Nach Lösen des Konterrings sollte sich die linke Lagerschale leicht entgegen des Uhrzeigersinns ausschrauben lassen, wenn das Gewinde nicht durch verharztes Fett, Lack oder Korrosion blockiert ist.4. Linke Lagerschale ausschrauben
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Danach lässt sich auch schon fast das gesamte Lager entnehmen, reinigen und warten.5. Ausgebautes Innenlager
Die rechte Lagerschale sollte im montierten Zustand gereinigt und auf Schäden überprüft werden, da sich der Ausbau meist erheblich komplizierter darstellt als der der linken. -
Muss die rechte Lagerschale doch ausgebaut werden, ist zu beachten, dass diese mit einem Linksgewinde im Rahmen befestigt ist. Das bedeutet, sie muss zum Lösen im Uhrzeigersinn gedreht werden!6. Rechte Lagerschale ausschrauben
Dazu den Maulschlüssel wie im Bild gezeigt ansetzen und prüfen, ob sich die Lagerschale ohne großen Kraftaufwand bewegen lässt. -
Meist sitzt die Lagerschale sehr fest und wegen der großen Kräfte auf den kleinen Planflächen ist das Risiko, dass das Werkzeug abrutscht, sehr hoch. Darum sollte der Maulschlüssel seitlich geführt bzw. fixiert werden.7. Werkzeugführung
Dazu wird eine kurze M16-Schraube von innen durch die Lagerschale gesteckt, das Werkzeug angesetzt, eine M16-Unterlegscheibe (∅A≥40mm) aufgesetzt und alles mit einer Mutter fixiert.
Wenn sich die Lagerschale gelöst hat, kann die Scheibe meist schon entfernt werden, weil das weitere Ausschrauben leichter gehen sollte. -
Danach ist der Blick frei auf die leere Tretlagermuffe mit den darin befindlichen Gewinden. Vor dem Einbau sollten diese übrigens mit etwas Fett eingerieben werden, um ein Festbacken der Lagerschalen langfristig zu verhindern.8. Vollständiges Innenlager
Thompson-Tretlager ausbauen und warten
Für den Ausbau eines Thompson-Innenlagers muss zunächst die linke Tretkurbel demontiert werden, was in Punkt 3.2 beschrieben ist.
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Um an die Kugellager des Tretlagers zu kommen, muss zunächst der Konterring auf der Tretlagerwelle mit Hilfe eines Hakenschlüssels gelöst werden. Um diese Arbeit zu erleichtern, bietet es sich an, eine alte Pedale von innen in die rechte Kurbel zu schrauben, sodass sich diese am Rahmen abstützt.1. Konterring lösen
Achtung: Der Konterring besitzt ein Linksgewinde und muss zum Lösen im Uhrzeigersinn gedreht werden! -
Nach Entfernen des Sicherungsrings und der dahinterliegenden Nasenscheibe ist der Blick auf den linken Konus frei. Dieser sitzt relativ lose auf der Welle und kann mit Hilfe der daraufsitzenden Abdeckkappe abgeschraubt werden.2. Konus lösen
Achtung: Der Konus besitzt ein Linksgewinde und muss zum Lösen im Uhrzeigersinn gedreht werden! -
Danach liegt bereits das Kugellager frei und die Tretlagerwelle kann mitsamt der rechten Kurbel aus dem Rahmen gezogen werden.3. Lager geöffnet
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1 - Einheit aus rechter Kurbel, Tretlagerwelle und rechtem Konus4. Übersicht der ausgebauten Teile
2 - linker Konus
3 - Abdeckkappe
4 - Nasenscheibe (Verdrehsicherung)
5 - Sicherungsring.
Sollte die Nut für den Keil beschädigt sein (kommt häufig vor), muss die Achswelle nun in einen Schraubstock eingespannt, der verbliebene Keil entfernt, die rechte Tretkurbel ggf. mitsamt des Kettenblatts abgenommen und der Konus abgeschraubt werden. Zum Lösen des Konus' ist mitunter relativ viel Kraft erforderlich. -
Zum Ausbau der Lagerschalen kann ausnahmsweise rohe Gewalt angewendet werden, da sie aus ihrer Presspassung im Rahmen getrieben werden müssen. Hierzu wird ein dicker Messingbolzen durch die erste Lager- schale gesteckt und leicht schräg gestellt, sodass er an der Innenseite der anderen Lagerschale anliegt. Dann kann diese mit einigen kräftigen Schlägen (min. 500g Hammer) ausgetrieben werden. Die Schlagrichtung sollte dabei immer wieder variiert werden, um die Schale ringsum gleichmäßig zu lösen.6. Lagerschalen ausschlagen
-
Das Bild zeigt die Teile in der Reihenfolge, in der sie demontiert wurden:7. Übersicht der ausgebauten Teile
1 - Öler mit Röhrchen; 2 - Hülse; 3 - rechte Lagerschale; 4 - linke Lagerschale
Keilgetriebe montieren
Die Montage ergibt sich in logischer Folge aus der beschriebenen Demontage.
Keiltretlager-Fahrräder hatten ab circa 1974 generell Tretkurbeln mit einem breiteren Fuß. Offenbar sollte damit einem Verziehen der Tretkurbeln vorgebeugt werden, was bei der früheren schlanken Ausführung nicht selten vorkam. Die Folge ist, dass Tretkurbeln und Kettenblätter späterer Ausführung nicht mit älteren Achsen kompatibel sind. Wohl aber können Tretkurbeln von Fahrrädern mit Thomposon-Tretlager auch an Fahrräder mit BSA-Tretlager angebaut werden (oder umgekehrt), dahingehend bestehen hinsichtlich der Tretkurbeln keine Unterschiede.
Bei BSA-Getrieben ist darauf zu achten, dass die Achswelle richtig herum eingesetzt wird (das längere Ende gehört nach links) und dass der relativ große, dünne Sicherungsring nicht verzogen oder schwergängig ist, andernfalls kann er seine Funktion, als harte Feder wirkend die Lagerschale zu fixieren, nicht mehr wirksam erfüllen und das Lager wird sich alsbald lockern.
Tretkurbeln mit Keilbefestigung montieren
Zur Montage wird die Kurbel auf die Welle geschoben und der Keil so eingesteckt, dass dessen gewindelose Seite bei in Fahrtrichtung stehender Pedale nach oben zeigt. Bei nicht verschlissenen Achsnuten und Verwendung von intakten Keilen aus DDR-Produktion fluchten die Tretkurbeln dabei in einer Linie. Andernfalls müssen andere Keile ausprobiert oder die Achswelle erneuert werden. Die Keile und Achsnuten sollten frei von Deformationen sein. Ob darauffolgend der Keil fest eingeschlagen oder nur mit Fingerkraft eingedrückt und anschließend mittels der Mutter festgezogen wird, darüber gehen die Meinungen auseinander. In jedem Fall ist die Mutter nach einer Probefahrt mit festem Antritt und ggf. kräftiger Betätigung des Rücktritts noch einmal nachzuziehen.
Als Keile sollten am besten die Originalkeile wiederverwendet oder alte Keile aus den 1950er/60er Jahren mit Muttern der SW 12 oder 11 auch an Fahrrädern jüngeren Datums verwendet werden. Diese sind wesentlich haltbarer. Vermutlich waren sie aus härterem Material gefertigt. Geradezu unbrauchbar sind verzinkte Keile aus Nachwende-Produktion. Siehe dazu auch Hier.
Sollte die Tretkurbel trotz Festziehens des Keils beim Treten wackeln oder die Kraft ungleichmäßig übertragen, kann - wenn passende Ersatzteile nicht greifbar sein sollten - durch Einlegen eines Stück weichen Blechs (Messing etc.) zwischen Keil und Achsnut die Tretkurbel notdürftig fixiert werden. Eine dauerhaft kraftschlüssige Verbindung lässt sich auf diese Weise erfahrungsgemäß jedoch nur selten erreichen.