Modelle Diamant: Unterschied zwischen den Versionen

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== Diamant Tourenräder ==
== Diamant Tourenräder ==
[[Datei:Diamant1951-1.JPG|220px|thumb|right|<center>Diamant Tourenrad Modell EH<br>(Baujahr 1951)</center>]]
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Die [[Diamant]] Tourenräder besaßen stets eine Laufradgröße von 28“ und 56 cm hohe Rahmen. Ab dem Jahre 1946 wurde die Produktion der [[Diamant Modell EH|Modelle EH]] und [[Diamant Modell ED|ED]] weitergeführt. Diese "Einheitsräder" wurden bereits während des Krieges entwickelt. Ein Katalog des Jahres 1950 zeigt bereits eine etwas umfangreichere Modellpalette: Neu hinzugekommen war eine Damenausführung mit "Schwanenhalsrahmen", die es sowohl mit [[Tretlager|Glockentretlager]] als auch mit [[Tretlager|Keiltretlager]] gab. Zusätzlich gab es nun auch die Herrenausführung wahlweise mit dem [[Tretlager|Keiltretlager]]. Die Tourenrädern mit [[Tretlager|Keiltretlager]] entfielen aus dem Sortiment, als ab 1954 die zahlreichen sportlicheren Diamant-Modelle (alle mit Keiltretlager) in Serie gingen. Schon 1955 sind sie nicht mehr im Sortiment zu finden. Die verbliebenen [[Diamant Modell EH|Modelle EH]], [[Diamant Modell ED|ED]] und [[Diamant Modell 106|106]] wurden im Wesentlichen unverändert noch einige Jahre weitergebaut, bis die Herstellung klassischer Tourenräder bei Diamant um 1960 herum (anders als bei Mifa) gänzlich beendet wurde.
Die [[Diamant]] Tourenräder besaßen stets eine Laufradgröße von 28“ und 56 cm hohe Rahmen. Ab dem Jahre 1946 wurde die Produktion der [[Diamant Modell EH|Modelle EH]] und [[Diamant Modell ED|ED]] weitergeführt. Diese "Einheitsräder" wurden bereits während des Krieges entwickelt. Ein Katalog des Jahres 1950 zeigt bereits eine etwas umfangreichere Modellpalette: Neu hinzugekommen war eine Damenausführung mit "Schwanenhalsrahmen", die es sowohl mit [[Tretlager|Glockentretlager]] als auch mit [[Tretlager|Keiltretlager]] gab. Zusätzlich gab es nun auch die Herrenausführung wahlweise mit dem [[Tretlager|Keiltretlager]]. Die Tourenräder mit [[Tretlager|Keiltretlager]] entfielen aus dem Katalog, nachdem ab 1954 die zahlreichen sportlicheren Diamant-Modelle (alle mit Keiltretlager) in Serie gingen. Die [[Diamant Modell EH|Modelle EH]], [[Diamant Modell ED|ED]] und [[Diamant Modell 106|106]] wurden im Wesentlichen unverändert noch einige Jahre geführt, bis 1959 auch diese Tourenräder nicht mehr im Katalog erwähnt wurden. Die tatsächliche Produktion wurde allerdings zumindest bei den Herrenrädern (Modelle EH und 104) noch einige Jahre darüber hinaus fortgesetzt. Eine weitere Besonderheit betrifft Modell ED, dieses scheint nach 1953 nur noch für Exportzwecke gebaut worden zu sein.


:* [[Diamant Modell EH]] - Einheits-Herren-Tourenrad 28" (1946 - 1962)
:* [[Diamant Modell EH]] - Einheits-Herren-Tourenrad 28" (1946 - 1962)
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== Diamant Sportliche Tourenräder ==
== Diamant Sportliche Tourenräder ==
[[Datei:Diamant Modell 201 von 1958 A.jpeg|220px|thumb|right|<center>Sportliches Diamant Tourenrad Modell 201 (Baujahr 1958)</center>]]
[[Datei:Diamant Modell 201 von 1958 A.jpeg|220px|thumb|right|<center>Sportliches Diamant Tourenrad Modell 201 (Baujahr 1958)</center>]]
Eine Weiterentwicklung der herkömmlichen [[Modelle Diamant#Diamant Tourenräder|Tourenräder]] von [[Diamant]] stellten die Modelle [[Diamant Modell 101|101]] und [[Diamant Modell 102|102]] dar. Auch diese wurden sowohl in Damen- als auch Herrenausführung ausschließlich mit 56 cm hohem Rahmen produziert. Die Unterschiede zum Tourenrad lagen hauptsächlich im hinteren Rahmendreieck. Die Tourensporträder besaßen einen geraden Hinterbau sowie schräge [[Gabelenden#Ausfallenden|Ausfallenden]]. Ab 1957 wurden die Tourensporträder mit 26"-Laufrädern ausgestattet. Gegenüber den klassischen [[Modelle Diamant#Diamant Tourenräder|Tourenrädern]] waren die 26"-Tourensporträder spürbar leichter, wendiger und hatten eine „schnellere“ Übersetzung.  
Das Jahr 1954 brachte eine umfassende Innovation im Sortiment von [[Diamant]], zahlreiche sportliche Fahrradmodelle wurden entwickelt und in Serie gebracht. Darunter die Tourensporträder, die als Weiterentwicklung der herkömmlichen [[Modelle Diamant#Diamant Tourenräder|Tourenräder]] zu sehen sind. Die Rahmen der Tourensporträder besaßen anders als bei den Tourenrädern einen geraden Hinterbau sowie schräge [[Gabelenden#Ausfallenden|Ausfallenden]], und die Ausstattung war sportlicher. 1957 wurden die Tourensporträder mit 26"-Laufrädern und entsprechend gestrafftem Hinterbau, kürzerer Vorderradgabel und niedrigerem Schwerpunkt nochmals agiler. Insgesamt waren sie nun gegenüber den klassischen [[Modelle Diamant#Diamant Tourenräder|Tourenrädern]] spürbar leichter, wendiger und schneller (geänderte Gesamtübersetzung). Die einheitliche Rahmenhöhe von 56 cm war für die Damenausführungen durchaus geeignet, sie fällt für das Herrenmodell, das zudem den flacheren Sportsattel hatte, jedoch recht gering aus.


:* [[Diamant Modell 101]] - Sportliches Herren-Tourenrad 28" (1954 - 1957)
:* [[Diamant Modell 101]] - Sportliches Herren-Tourenrad 28" (1954 - 1957)
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1959 wechselte im Rahmen der [[Sortimentsbereinigung]] wiederum die Typenbezeichnung: Nun gab es die Modelle [[Diamant Modell 35 102|35 102]] und [[Diamant Modell 35 154|35 154]]. 1964 kamen noch die besser ausgestatteten Modelle [[Diamant Modell 35 105|35 105]] und [[Diamant Modell 35 156|35 156]] hinzu. Ab Ende 1975 wurden die Damenausführungen mit einer neuen Rahmenform angeboten. Die bisherigen Modelle [[Diamant Modell 35 154|35 154]] und [[Diamant Modell 35 156|35 156]] wurden durch die neuen Modelle [[Diamant Modell 35 157|35 157]] und [[Diamant Modell 35 160|35 160]] ersetzt. Seit 1980 gab es die Modelle [[Diamant Modell 35 109|35 109]] bzw. [[Diamant Modell 35 164|35 164]] mit einer Dreigang-[[Gangschaltung#Favorit-Komponenten|Kettenschaltung]] von [[Favorit]] sowie hinterer [[Bremsen|Felgenbremse]]. Die sehr einfach ausgestatteten Modelle wurden in der zweiten Hälfte der 80er Jahre offenbar kaum noch produziert. In einer Modellübersicht des Jahres 1988 fehlen sie bereits. Alle anderen Ausführungen blieben bis 1990 im Wesentlichen unverändert.
Die Modelle 201 und 202 wurden nach 1959 weitergebaut, allerdings im Rahmen der [[Sortimentsbereinigung]] unter den geänderten Modellbezeichnungen [[Diamant Modell 35 102|35 102]] und [[Diamant Modell 35 154|35 154]]. Ab 1964 gab es die Tourensporträder als Modelle [[Diamant Modell 35 105|35 105]] und [[Diamant Modell 35 156|35 156]] zusätzlich in einer höherwertigen Ausführung, die neben technischen Verbesserungen wie einer Felgenbremse vorn auch äußerlich durch Verwendung von mehr Leichtmetall, Chrom und Metallic-Lackierung glanzvoller daherkam. 1975 wurde der Schwanenhalsrahmen der Damenausführungen (Modelle [[Diamant Modell 35 154|35 154]] und [[Diamant Modell 35 156|35 156]]) durch eine neue Rahmenform ersetzt, die sich nur noch hinsichtlich des Oberrohrs vom Herrenmodell unterschied (Modelle [[Diamant Modell 35 157|35 157]] und [[Diamant Modell 35 160|35 160]]). 1980 kamen noch die Modelle [[Diamant Modell 35 109|35 109]] und [[Diamant Modell 35 164|35 164]] mit einer Dreigang-[[Gangschaltung#Favorit-Komponenten|Kettenschaltung]] von [[Favorit]] sowie [[Bremsen|Felgenbremse]] auch am Hinterrad hinzu. Gleichzeitig ging der Produktionsumfang der Basisausführungen [[Diamant Modell 35 102|35 102]] und [[Diamant Modell 35 157|35 157]] zurück, bis sie 1988 gänzlich aus dem Sortiment entfielen.


:* [[Diamant Modell 35 102]] - Sportliches Herren-Tourenrad 26" (1959 - 1988)
:* [[Diamant Modell 35 102]] - Sportliches Herren-Tourenrad 26" (1959 - 1988)
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Hinzu kamen in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre noch Modelle mit 28"-Laufrädern. Unklar ist, ob diese regulär in der DDR angeboten wurden, oder dem [[Exportfahrräder|Export]] vorbehalten waren.
Hinzu kamen in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre noch Modelle mit 28"-Laufrädern. Diese scheinen bis zur politischen Wende 1989/90 jedoch nur in begrenztem Umfang produziert und/oder dem [[Exportfahrräder|Export]] vorbehalten gewesen zu sein. Wenn heute ein solches Fahrradmodell auftaucht, handelt es sich meistens um eines aus dem Jahr 1990 oder 1991.


:* [[Diamant Modell 35 162]] - Sportliches Damen-Tourenrad 28" (ca. 1986 - mind. 1991)
:* [[Diamant Modell 35 162]] - Sportliches Damen-Tourenrad 28" (ca. 1986 - mind. 1991)
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== Diamant Sporträder ==
== Diamant Sporträder ==
[[Datei:Luxus1961BlauZwei.JPG|220px|thumb|right|<center>Diamant Luxus-Sportrad<br> Modell 35 204 (Baujahr 1961)</center>]]
[[Datei:Luxus1961BlauZwei.JPG|220px|thumb|right|<center>Diamant Luxus-Sportrad<br> Modell 35 204 (Baujahr 1961)</center>]]
Die Sporträder von [[Diamant]] besaßen stets 28"-Laufräder und 56 cm hohe Rahmen. Im Jahre 1954 begann die Produktion der völlig neu entwickelten Fahrräder. Sie besaßen einen sehr leichten Rahmen sowie die fortan für [[Diamant]] typische [[Rundscheidengabel]]. Es erschienen zunächst die [[Diamant Modell 108|Modelle 108]] und [[Diamant Modell 109|109]]. 1956 kamen die Luxus-Sporträder hinzu, die bereits ab Werk eine [[Gangschaltung|Viergang-Kettenschaltung]] besaßen.  
Im Jahre 1954 begann die Produktion von Sporträdern, die völlig neu entwickelt wurden. Sie besaßen einen leichten Rahmen, zahlreiche Anbauteile aus Leichtmetall, schmale 28"-Laufräder sowie die fortan für [[Diamant]] typische, grazile [[Rundscheidengabel]]. Damit erreichen diese Sporträder eine Leichtgängigkeit, die auch von heutigen Fahrrädern nur selten übertroffen wird. Ab 1955 erhielten die Sporträder fast immer eine Metallic- oder Metalleffekt-Lackierung. 1956 kamen Luxus-Sporträder hinzu, die mit einer [[Gangschaltung|Viergang-Kettenschaltung]] ausgestattet waren. Mit Scheinwerfer auf dem Schutzblech, Leichtmetall-Kettenschutz und anfangs noch freistehendem Leichtmetall-Gepäckträger hoben sie sich auch optisch nochmals mit besonderer Eleganz ab. Wie bei den meisten Fahrrädern der DDR wurde auch für die Sporträder ein Rahmen mit einheitlich 56 cm Höhe gewählt, was für die Damenausführung geeignet sein mag, aber am Herrenmodell relativ klein ausfällt.


:* [[Diamant Modell 108]] - Herren-Sportrad 28" (1954 - 1959)
:* [[Diamant Modell 108]] - Herren-Sportrad 28" (1954 - 1959)
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Von der [[Sortimentsbereinigung|Vereinheitlichung der Typenbezeichnungen]] im DDR-Fahrradbau waren auch die Sporträder betroffen. Die bisherigen [[Diamant Modell 108|Modelle 108]] und [[Diamant Modell 109|109]] trugen jetzt - in Abhängigkeit der Hinterradbremse - die Nummern [[Diamant Modell 35 201|35 201]] oder [[Diamant Modell 35 202|35 202]] (Herrenausführung) bzw. [[Diamant Modell 35 251|35 251]] oder [[Diamant Modell 35 252|35 252]] (Damenausführung). Bei den Luxus-Sporträdern geschah dies analog. Nur kurzzeitig wurde das [[Diamant Modell 35 205|Wandersportrad]] angeboten.  
Die [[Sortimentsbereinigung|Vereinheitlichung der Typenbezeichnungen]] im DDR-Fahrradbau betraf auch die Sporträder. Die bisherigen [[Diamant Modell 108|Modelle 108]] und [[Diamant Modell 109|109]] trugen jetzt - in Abhängigkeit von der Hinterradbremse - die Nummern [[Diamant Modell 35 201|35 201]] oder [[Diamant Modell 35 202|35 202]] (Herrenausführung) bzw. [[Diamant Modell 35 251|35 251]] oder [[Diamant Modell 35 252|35 252]] (Damenausführung). Bei den Luxus-Sporträdern geschah dies analog. Nur kurzzeitig wurde das [[Diamant Modell 35 205|Wandersportrad]] angeboten.  


:* [[Diamant Modell 35 201]] - Herren-Sportrad 28", Freilauf und Rücktritt (1959 - 1969)
:* [[Diamant Modell 35 201]] - Herren-Sportrad 28", Freilauf und Rücktritt (1959 - 1969)
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Im Zusammenhang mit der Vergrößerung der Kapazitäten zur Produktion von Flachstrickmaschinen wurde die Fertigung der Sporträder 1969 an das [[Mifa]]-Werk abgegeben. Somit verblieben bei [[Diamant]] nur noch die [[Modelle Diamant#Diamant Sportliche Tourenräder|Tourensporträder]] und die [[Modelle Diamant#Diamant Rennräder|Rennräder]]. Die in Sangerhausen produzierten [[Modelle_Mifa#Mifa Sporträder|Sporträder]] wurden zunächst überwiegend mit dem Diamant-Rahmendekor ausgeliefert, sie können jedoch anhand der [[Rahmennummern|Rahmennummer]] zielsicher von den “echten“ [[Diamant]] Sporträdern unterschieden werden. Während man bei [[Diamant]] immer 7-stellige [[Datierung Diamant Fahrräder#Datierung mit Hilfe der Rahmennummer|Rahmennummern]] vergab, so hatten die mit "Diamant" dekorierten Sporträder aus Sangerhausen maximal 6-stellige [[Datierung Mifa Fahrräder#Sporträder|Rahmennummern]]. Bei [[Mifa]] besaßen die [[Modelle_Mifa#Mifa Sporträder|Sporträder]] und die [[Modelle Mifa#Mifa Klappräder|Klappräder]] ein eigenes [[Datierung Mifa Fahrräder#Sporträder|Rahmennummernschema]].
Im Zusammenhang mit der Vergrößerung der Kapazitäten zur Produktion von Flachstrickmaschinen wurde die Fertigung der Sporträder 1969 an das [[Mifa]]-Werk abgegeben. Die in Sangerhausen produzierten [[Modelle_Mifa#Mifa Sporträder|Sporträder]] wurden zunächst überwiegend mit dem Diamant-Rahmendekor ausgeliefert, sie können jedoch anhand der [[Rahmennummern|Rahmennummer]] zielsicher von den “echten“ [[Diamant]] Sporträdern unterschieden werden. Während man bei [[Diamant]] immer 7-stellige [[Datierung Diamant Fahrräder#Datierung mit Hilfe der Rahmennummer|Rahmennummern]] vergab, so hatten die mit "Diamant" dekorierten Sporträder aus Sangerhausen maximal 6-stellige [[Datierung Mifa Fahrräder#Sporträder|Rahmennummern]]. Bei [[Mifa]] besaßen die [[Modelle_Mifa#Mifa Sporträder|Sporträder]] und die [[Modelle Mifa#Mifa Klappräder|Klappräder]] ein eigenes [[Datierung Mifa Fahrräder#Sporträder|Rahmennummernschema]].


== Diamant Rennsporträder ==
== Diamant Rennsporträder ==

Aktuelle Version vom 4. April 2026, 04:46 Uhr

Diese Seite umfasst die zu DDR-Zeiten produzierten Fahrradmodelle der Marke Diamant. Die zeitliche Einordnung der Modelle basiert zum Großteil auf Original-Katalogen und anderer Literatur, wobei auch in einigen Fällen zunächst nur die Modellnummer geändert wurde und erst später technische Veränderungen folgten. Da die Modellwechsel auch selten zum Jahreswechsel stattfanden, gibt es Überlappungen bei den angegebenen Produktionszeiträumen, die - sofern bekannt - auf den Detailseiten der einzelnen Modelle näher beschrieben werden.

Bei der Identifizierung eines unbekannten Modells sollte zunächst das Baujahr und die Art des Fahrrades (Tourenrad, Sportrad usw.) ermittelt werden. Mit diesen Eckdaten lässt sich das Modell über die auf dieser Seite vermerkten Modelldetails eingrenzen und bestimmen.

Den mit * markierten Artikeln fehlt noch ein Beispielfoto.

Diamant Tourenräder

Diamant Tourenrad Modell EH
(Baujahr 1951)

Die Diamant Tourenräder besaßen stets eine Laufradgröße von 28“ und 56 cm hohe Rahmen. Ab dem Jahre 1946 wurde die Produktion der Modelle EH und ED weitergeführt. Diese "Einheitsräder" wurden bereits während des Krieges entwickelt. Ein Katalog des Jahres 1950 zeigt bereits eine etwas umfangreichere Modellpalette: Neu hinzugekommen war eine Damenausführung mit "Schwanenhalsrahmen", die es sowohl mit Glockentretlager als auch mit Keiltretlager gab. Zusätzlich gab es nun auch die Herrenausführung wahlweise mit dem Keiltretlager. Die Tourenräder mit Keiltretlager entfielen aus dem Katalog, nachdem ab 1954 die zahlreichen sportlicheren Diamant-Modelle (alle mit Keiltretlager) in Serie gingen. Die Modelle EH, ED und 106 wurden im Wesentlichen unverändert noch einige Jahre geführt, bis 1959 auch diese Tourenräder nicht mehr im Katalog erwähnt wurden. Die tatsächliche Produktion wurde allerdings zumindest bei den Herrenrädern (Modelle EH und 104) noch einige Jahre darüber hinaus fortgesetzt. Eine weitere Besonderheit betrifft Modell ED, dieses scheint nach 1953 nur noch für Exportzwecke gebaut worden zu sein.


Eine Sonderstellung nahmen die Tourenräder in "englischer Ausführung" ein. Sie waren für den Export bestimmt und unterschieden sich recht deutlich von den übrigen Modellen: Unter anderem besaßen sie vorn und hinten eine Gestängefelgenbremse sowie grundsätzlich Keiltretlager.

Diamant Sportliche Tourenräder

Sportliches Diamant Tourenrad Modell 201 (Baujahr 1958)

Das Jahr 1954 brachte eine umfassende Innovation im Sortiment von Diamant, zahlreiche sportliche Fahrradmodelle wurden entwickelt und in Serie gebracht. Darunter die Tourensporträder, die als Weiterentwicklung der herkömmlichen Tourenräder zu sehen sind. Die Rahmen der Tourensporträder besaßen anders als bei den Tourenrädern einen geraden Hinterbau sowie schräge Ausfallenden, und die Ausstattung war sportlicher. 1957 wurden die Tourensporträder mit 26"-Laufrädern und entsprechend gestrafftem Hinterbau, kürzerer Vorderradgabel und niedrigerem Schwerpunkt nochmals agiler. Insgesamt waren sie nun gegenüber den klassischen Tourenrädern spürbar leichter, wendiger und schneller (geänderte Gesamtübersetzung). Die einheitliche Rahmenhöhe von 56 cm war für die Damenausführungen durchaus geeignet, sie fällt für das Herrenmodell, das zudem den flacheren Sportsattel hatte, jedoch recht gering aus.


Die Modelle 201 und 202 wurden nach 1959 weitergebaut, allerdings im Rahmen der Sortimentsbereinigung unter den geänderten Modellbezeichnungen 35 102 und 35 154. Ab 1964 gab es die Tourensporträder als Modelle 35 105 und 35 156 zusätzlich in einer höherwertigen Ausführung, die neben technischen Verbesserungen wie einer Felgenbremse vorn auch äußerlich durch Verwendung von mehr Leichtmetall, Chrom und Metallic-Lackierung glanzvoller daherkam. 1975 wurde der Schwanenhalsrahmen der Damenausführungen (Modelle 35 154 und 35 156) durch eine neue Rahmenform ersetzt, die sich nur noch hinsichtlich des Oberrohrs vom Herrenmodell unterschied (Modelle 35 157 und 35 160). 1980 kamen noch die Modelle 35 109 und 35 164 mit einer Dreigang-Kettenschaltung von Favorit sowie Felgenbremse auch am Hinterrad hinzu. Gleichzeitig ging der Produktionsumfang der Basisausführungen 35 102 und 35 157 zurück, bis sie 1988 gänzlich aus dem Sortiment entfielen.


Hinzu kamen in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre noch Modelle mit 28"-Laufrädern. Diese scheinen bis zur politischen Wende 1989/90 jedoch nur in begrenztem Umfang produziert und/oder dem Export vorbehalten gewesen zu sein. Wenn heute ein solches Fahrradmodell auftaucht, handelt es sich meistens um eines aus dem Jahr 1990 oder 1991.

Diamant Sporträder

Diamant Luxus-Sportrad
Modell 35 204 (Baujahr 1961)

Im Jahre 1954 begann die Produktion von Sporträdern, die völlig neu entwickelt wurden. Sie besaßen einen leichten Rahmen, zahlreiche Anbauteile aus Leichtmetall, schmale 28"-Laufräder sowie die fortan für Diamant typische, grazile Rundscheidengabel. Damit erreichen diese Sporträder eine Leichtgängigkeit, die auch von heutigen Fahrrädern nur selten übertroffen wird. Ab 1955 erhielten die Sporträder fast immer eine Metallic- oder Metalleffekt-Lackierung. 1956 kamen Luxus-Sporträder hinzu, die mit einer Viergang-Kettenschaltung ausgestattet waren. Mit Scheinwerfer auf dem Schutzblech, Leichtmetall-Kettenschutz und anfangs noch freistehendem Leichtmetall-Gepäckträger hoben sie sich auch optisch nochmals mit besonderer Eleganz ab. Wie bei den meisten Fahrrädern der DDR wurde auch für die Sporträder ein Rahmen mit einheitlich 56 cm Höhe gewählt, was für die Damenausführung geeignet sein mag, aber am Herrenmodell relativ klein ausfällt.


Die Vereinheitlichung der Typenbezeichnungen im DDR-Fahrradbau betraf auch die Sporträder. Die bisherigen Modelle 108 und 109 trugen jetzt - in Abhängigkeit von der Hinterradbremse - die Nummern 35 201 oder 35 202 (Herrenausführung) bzw. 35 251 oder 35 252 (Damenausführung). Bei den Luxus-Sporträdern geschah dies analog. Nur kurzzeitig wurde das Wandersportrad angeboten.


Im Zusammenhang mit der Vergrößerung der Kapazitäten zur Produktion von Flachstrickmaschinen wurde die Fertigung der Sporträder 1969 an das Mifa-Werk abgegeben. Die in Sangerhausen produzierten Sporträder wurden zunächst überwiegend mit dem Diamant-Rahmendekor ausgeliefert, sie können jedoch anhand der Rahmennummer zielsicher von den “echten“ Diamant Sporträdern unterschieden werden. Während man bei Diamant immer 7-stellige Rahmennummern vergab, so hatten die mit "Diamant" dekorierten Sporträder aus Sangerhausen maximal 6-stellige Rahmennummern. Bei Mifa besaßen die Sporträder und die Klappräder ein eigenes Rahmennummernschema.

Diamant Rennsporträder

Diamant Rennsportrad
Modell 35 721 (Baujahr 1990)

Auf der Basis der Diamant Rennräder wurden ab 1988 die Modelle 35 721 und 35 771 angeboten. Diese Fahrräder wurden als Rennsporträder bezeichnet und waren voll straßentauglich. Die Rennsporträder waren mit verschiedenen Rahmenhöhen erhältlich.






Diamant Rennräder

Diamant Rennrad Modell 167
(Baujahr 1955)

Erst neun Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde bei Diamant ein neues Rennrad entwickelt. Bis 1954 wurde das aus den 30er Jahren bekannte Modell 67 in kleiner Stückzahl produziert. 1954 begann die Serienfertigung des Modells 167. Es gab Ausführungen ohne Gangschaltung, mit Viergang-Kettenschaltung oder Achtgang-Kettenschaltung und Rahmen mit 52, 55, 58 und 61 cm Höhe. Speziell für die Friedensfahrt und ähnliche Radsportveranstaltungen entstanden ab 1955 in sehr geringer Stückzahl die "Friedensfahrtrahmen".


Nach der Sortimentsbereinigung im Jahre 1959 wurden die Modellbezeichnungen der Rennräder zweimal kurz hintereinander geändert. So bekamen die drei verschiedenen Varianten des Modells 167 nun eigene Bezeichnungen, die von der bisherigen Modellnummerierung von Diamant grundlegend abwichen, aber zunächst nur geringfügige technische Veränderungen / Verbesserungen mit sich brachten. Für diese überarbeiteten Rahmen verwendete Diamant intern die Bezeichnung Modell 267, um die Rahmen mit den neuen Rahmenmuffen in den Produktionslisten von denen alter Bauart zu unterscheiden.


Im Zuge der Neuordnung der DDR-Fahrradindustrie wurde RENAK mit der Entwicklung eines 5-fach-Schaltwerks beauftragt. Nachdem RENAK diese Entwicklung abgeschlossen hatte, folgte zur Saison 1961 eine erneute Umbenennung der Diamant-Rennräder:


Danach fand praktisch keine Weiterentwicklung mehr statt, die Modellnummern wurden bis 1990 beibehalten.
Erstmals 1974 wird das Modell 35 705 K in einem Katalog erwähnt. Dieses für den Nachwuchs konzipierte Rennrad besaß den Rahmen der üblichen Modelle, jedoch mit niedrigeren Rahmenhöhen und einfachen Sportrad-Ausfallenden. Um 1982 wechselte die Bezeichnung zu Modell 35 709. In einer Typenübersicht des Jahres 1988 wird erstmals ein Modell 35 710 erwähnt. Dabei handelt es sich um ein Kinder-Rennrad mit 44 cm Rahmenhöhe. Das früheste bekannte Exemplar dieses Modells stammt aus dem Jahr 1985. Rennräder für Kinder wurden ausschließlich ohne Gangschaltung angeboten.


Unabhängig von den Serienmodellen für den Massenmarkt entwickelte man das Diamant "Friedensfahrt-Modell" weiter. Mitte der 80er Jahre entstand dabei das Übergangsmodell Modell 35 711, das bereits in wesentlichen Punkten an westliche Standards angepasst war. Mit dem Modell 35 715 folgte ab 1988 das höchstentwickelte Diamant-Rennrad aus DDR-Produktion, das technisch unverändert auch noch in den ersten Diamant-Katalogen nach der politischen Wende zu finden war. Eine Serienfertigung kam allerdings nur in sehr bescheidenem Umfang zustande, sodass bis Mitte 1991 weniger als 570 Exemplare dieses Modells entstanden.

Sonstige Diamant Modelle

Diamant Sportrad aus Bielefeld
(Baujahr 1954)