Felgen: Unterschied zwischen den Versionen

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==Leichtmetallfelgen==
==Leichtmetallfelgen==
Aufgrund der unterschiedlichen Rohstofflage wurden Leichtmetallfelgen in der DDR deutlich häufiger verwendet als in Westeuropa. Bereits ein offizielles Foto des 150.000. Fahrrades der SAG Elite-[[Diamant]]werke vom 4. August 1949 zeigt ein [[Diamant Modell EH|Modell EH]] mit Leichtmetallfelgen (LM-Felgen). Von Anfang an waren die Sporträder von Diamant (verkauft ab 1954) und einige Tourensportmodelle (verkauft ab 1953) mit Aluminiumfelgen ausgestattet. Die ersten Felgen hatten noch einen dem Westwood-Profil ähnlichen Querschnitt, es gab sie in einer breiten und einer schmalen Ausführung sowohl für 26 Zoll als auch für 28 Zoll Laufräder (LR). Diese Felgen waren auch als Zubehör erhältlich.  
Aufgrund der unterschiedlichen Rohstofflage wurden Leichtmetallfelgen in der DDR deutlich häufiger verwendet als in Westeuropa. Bereits ein offizielles Foto des 150.000. Fahrrades der SAG Elite-[[Diamant]]werke vom 4. August 1949 zeigt ein [[Diamant Modell EH|Modell EH]] mit Leichtmetallfelgen (LM-Felgen). Von Anfang an waren die ab 1954 produzierten Sporträder von Diamant und einige Tourensportmodelle mit Aluminiumfelgen ausgestattet. Die ersten Felgen hatten noch einen dem Westwood-Profil ähnlichen Querschnitt, es gab sie in einer breiten und einer schmalen Ausführung sowohl für 26 Zoll als auch für 28 Zoll Laufräder (LR). Diese Felgen waren auch als Zubehör erhältlich.  


[[Datei:Felgenprofile.JPG|miniatur|100px|LM-Felgenprofile von oben: Flachschulter-, D-, Halbhohlkehl- u. Kantprofil]]
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*28" x 1,5"
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Schmale Leichtmetallfelgen für Reifen mit 35 mm Breite gab es ab 1954 für die [[Laufradsatz|Laufräder]] von Sporträdern der Marken Diamant und teilweise auch Mifa. Neben der 28"-Größe gab auch eine Variante mit etwas kleinerem Innendurchmesser, die nur am [[Mifa Modell 9 e]], später auch am [[Mifa Modell 9 b]] und dem [[Diamant Modell 35 205|Diamant Wandersportrad]] verwendet wurde. Hersteller beider Varianten war [[Grünert]]. Im Verlauf des Jahres 1955 wurden neue Felgen mit D-Profil eingeführt. 1962 erfolgte der Wechsel auf ein nur kurzzeitig verwendetes, schwach gesicktes Profil, ehe 1963 ein Halbhohlkehl-Profil eingeführt wurde. Letzteres gab es nicht mehr in der genannten Spezialgröße, dafür aber neben der 28"-Variante für Sporträder auch für herkömmliche 26"-; 24" und 20"-Bereifung zur Verwendung an Jugend-, Kinder-, und Klapprädern - hier jeweils in Kombination mit breiten Reifen (47 mm).


Die [[Laufradsatz|Laufräder]] von Sporträdern der Marken Diamant und teilweise auch Mifa wurden mit schmalen Alufelgen in der Größe 28" ausgestattet. Es gab auch eine 26"-Variante, die jedoch nur am [[Mifa Modell 9 e]], später auch am [[Mifa Modell 9 b]] und dem [[Diamant Modell 35 205|Diamant Wandersportrad]] verwendet wurde. Hersteller beider Varianten war [[Grünert]]. Im Verlauf des Jahres 1955 wurden neue Felgen mit D-Profil eingeführt. Ab 1962/63 wechselte die Felgenform erneut, ein Halbhohlkehl-Profil wurde eingeführt. Diese Felgen wurden nicht nur an Sporträdern (28"), sondern auch an Jugend-, Kinder-, und Klapprädern verwendet. Für Tourensporträder und [[Mifa Modell 10 b]] gab es breite Felgen mit Flachschulterprofil. Ab 1959 führte man schrittweise ein sehr ähnliches Profil ein, dessen gerade und verbreiterten Flanken für die Verwendung von Felgenbremsen optimiert waren.
Für Tourensporträder, [[Mifa Modell 10 b]] und teilweise auch Tourenräder gab es spätestens ab 1949 breite Leichtmetallfelgen mit Flachschulterprofil für 26" und 28" Laufräder. Ab 1959 führte man schrittweise ein sehr ähnliches Profil ein, dessen gerade und verbreiterten Flanken für die Verwendung von Felgenbremsen optimiert waren.


Ab 1971 wurden anstatt schmaler und breiter Ausführungen nunmehr Felgen einer mittleren Einheitsbreite von rund 27 mm verwendet. Sie trugen ein vergleichsweise modernes, fünfflächiges Kantprofil und wurden bis zum Ende der DDR unverändert produziert. In den späten 1980er Jahren kam eine äußerlich identische, jedoch qualitativ höherwertigere Variante hinzu - durch eine spezielle Wärmebehandlung hielten derartige Alufelgen höhere Belastungen aus. Verwendung fanden sie u.a. an Mifa-BMX- und Diamant-Rennsporträdern. Hersteller der Einheitsfelgen war der [[Walzwerk Hettstedt|VEB Walzwerk Hettstedt]].
Ab 1971 wurden anstatt schmaler und breiter Ausführungen nunmehr Felgen einer mittleren Einheitsbreite von rund 27 mm verwendet. Sie trugen ein vergleichsweise modernes, fünfflächiges Kantprofil und wurden bis zum Ende der DDR unverändert produziert. In den späten 1980er Jahren kam eine äußerlich identische, jedoch qualitativ höherwertigere Variante hinzu - durch eine spezielle Wärmebehandlung hielten derartige Alufelgen höhere Belastungen aus. Verwendung fanden sie u.a. an Mifa-BMX- und Diamant-Rennsporträdern. Hersteller der Einheitsfelgen war der [[Walzwerk Hettstedt|VEB Walzwerk Hettstedt]].


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Datei:Felgenprofil Alu Sportrad 1.jpg|<center><p style="background-color:#CCCCCC">'''LM-Felgen mit Flachschulterprofil'''</p></center>'''Hersteller:''' Grünert<br>'''Zeitraum:''' 1954 bis 1955 <br>'''Verwendung:''' Sporträder von [[Mifa]] und [[Diamant]]<br>'''Material''' Aluminium, poliert <br>'''Durchmesser''' 28", 26"<br>'''Eignung für Felgenbremsen:''' ja<br>'''Bemerkungen:'''
Datei:Felgenprofil Alu Sportrad 1.jpg|<center><p style="background-color:#CCCCCC">'''LM-Felgen mit Flachschulterprofil'''</p></center>'''Hersteller:''' Grünert<br>'''Zeitraum:''' 1954 bis 1955 <br>'''Verwendung:''' Sporträder von [[Mifa]] und [[Diamant]]<br>'''Material''' Aluminium, poliert <br>'''Durchmesser''' 28", Spezialgröße für Reifen mit Innendurchmesser 584 mm<br>'''Eignung für Felgenbremsen:''' ja<br>'''Bemerkungen:'''


Datei:Felgenprofil D-Sportrad.jpg|<center><p style="background-color:#CCCCCC">'''LM-Felgen mit D-Profil'''</p></center>'''Hersteller:''' Grünert<br>'''Zeitraum:''' Ende 1955 bis etwa 1962 <br>'''Verwendung:''' Sporträder von [[Mifa]] und [[Diamant]]<br>'''Material''' Aluminium, poliert <br>'''Durchmesser''' 28", 26"<br>'''Eignung für Felgenbremsen:''' ja
Datei:Felgenprofil D-Sportrad.jpg|<center><p style="background-color:#CCCCCC">'''LM-Felgen mit D-Profil'''</p></center>'''Hersteller:''' Grünert<br>'''Zeitraum:''' Ende 1955 bis 1962 <br>'''Verwendung:''' Sporträder von [[Mifa]] und [[Diamant]]<br>'''Material''' Aluminium, poliert <br>'''Durchmesser''' 28", Spezialgröße für Reifen mit Innendurchmesser 584 mm<br>'''Eignung für Felgenbremsen:''' ja


Datei:Felgenprofil Alu Sportrad 3.jpg|<center><p style="background-color:#CCCCCC">'''LM-Felgen mit Halbhohlkehlprofil'''</p></center>'''Hersteller:''' Grünert<br>'''Zeitraum:''' 1962/63 bis 1971<br>'''Verwendung:''' Sporträder von [[Mifa]] und [[Diamant]], Kinderräder und Klappräder von Mifa<br>'''Material''' Aluminium, poliert <br>'''Durchmesser''' 28", 26", 24", 20"<br>'''Eignung für Felgenbremsen:''' ja
Datei:Platzhalter.jpg|<center><p style="background-color:#CCCCCC">'''LM-Felgen mit schwach gesicktem Profil'''</p></center>'''Hersteller:''' Grünert<br>'''Zeitraum:''' 1962 <br>'''Verwendung:''' Sporträder von [[Diamant]]<br>'''Material''' Aluminium, poliert <br>'''Durchmesser''' 28", ?<br>'''Eignung für Felgenbremsen:''' ja
 
Datei:Felgenprofil Alu Sportrad 3.jpg|<center><p style="background-color:#CCCCCC">'''LM-Felgen mit Halbhohlkehlprofil'''</p></center>'''Hersteller:''' Grünert<br>'''Zeitraum:''' 1963 bis 1971<br>'''Verwendung:''' Sporträder von [[Mifa]] und [[Diamant]], Jugend-, Kinder- und Klappräder von Mifa<br>'''Material''' Aluminium, poliert <br>'''Durchmesser''' 28", 26", 24", 20"<br>'''Eignung für Felgenbremsen:''' ja


Datei:LM-Felgen breit.jpg|<center><p style="background-color:#CCCCCC">'''LM-Felgen mit Flachschulterprofil'''</p></center>'''Hersteller:''' Grünert<br>'''Zeitraum:''' etwa 1954 bis etwa 1963<br>'''Verwendung:''' Tourensporträder sowie [[Mifa Modell 10 b]]<br>'''Material''' Aluminium, poliert <br>'''Durchmesser''' 28", 26"<br>'''Eignung für Felgenbremsen:''' nein
Datei:LM-Felgen breit.jpg|<center><p style="background-color:#CCCCCC">'''LM-Felgen mit Flachschulterprofil'''</p></center>'''Hersteller:''' Grünert<br>'''Zeitraum:''' etwa 1954 bis etwa 1963<br>'''Verwendung:''' Tourensporträder sowie [[Mifa Modell 10 b]]<br>'''Material''' Aluminium, poliert <br>'''Durchmesser''' 28", 26"<br>'''Eignung für Felgenbremsen:''' nein

Aktuelle Version vom 6. April 2026, 22:02 Uhr

Hersteller

Unter anderem:

Stahlfelgen

Lackierte Stahlfelgen besaßen ein Flachschulterprofil und wurden mit Durchmessern von 20", 24", 26" und 28" in jeweils zwei unterschiedlichen Breiten, geeignet für Bereifung 1,75" oder 1 3/8" x 1 5/8", produziert. Sie besaßen, je nach Fahrradmodell, unterschiedliche Lackierungen und Linierungen.

Im Unterschied zu Fahrrädern westlicher Länder waren verchromte Stahlfelgen in der DDR kaum verbreitet. Für den Binnenmarkt wurden sie nur für die Mifa-Modelle 162, 104 und zum Teil auch für das Modell ST 3 verwendet, außerdem für den Export. Speziell für Fahrräder in "englischer Ausführung", die nur für den Export vorgesehen waren, wurden sogenannte Westwoodfelgen produziert. Dieser Felgentyp ist für Gestängefelgenbremsen ausgelegt und hat ein dafür angepaßtes Profil.

Laut DHZ-Katalog von 1956/1957 wurden zudem noch Wulstfelgen als Ersatzteil im Handel angeboten:

Felgengrößen für Wulstreifen

  • 20" x ?
  • 26" x 1,70"
  • 28" x 1,5"

Stahlfelgen wurden in der DDR im Laufe der Jahre schrittweise von Leichtmetallfelgen abgelöst. Die letzten Diamant-Fahrräder mit Stahlfelgen gab es etwa 1966. Bei Mifa verwendete man sie an einigen einfach ausgestatteten Modellen noch bis etwa 1985. Als Ersatzteil produzierte Stahlfelgen der 1970er und 1980er Jahre sind an der silberfarbenen Lackierung ohne Linierung zu erkennen.

Leichtmetallfelgen

Aufgrund der unterschiedlichen Rohstofflage wurden Leichtmetallfelgen in der DDR deutlich häufiger verwendet als in Westeuropa. Bereits ein offizielles Foto des 150.000. Fahrrades der SAG Elite-Diamantwerke vom 4. August 1949 zeigt ein Modell EH mit Leichtmetallfelgen (LM-Felgen). Von Anfang an waren die ab 1954 produzierten Sporträder von Diamant und einige Tourensportmodelle mit Aluminiumfelgen ausgestattet. Die ersten Felgen hatten noch einen dem Westwood-Profil ähnlichen Querschnitt, es gab sie in einer breiten und einer schmalen Ausführung sowohl für 26 Zoll als auch für 28 Zoll Laufräder (LR). Diese Felgen waren auch als Zubehör erhältlich.

LM-Felgenprofile von oben: Flachschulter-, D-, Halbhohlkehl- u. Kantprofil

Größen Leichtmetallfelgen für Drahtreifen:

  • 20 x 1 1/4" x 1 3/4"
  • 24 x 1 1/4" x 1 3/4"
  • 26" x 1,75"
  • 26" x 1 3/8" x 1 5/8"
  • 26" x 1 3/8" x 1 1/2" (für Diamant Wandersportrad)
  • 28" x 1,75"
  • 28" x 1 1/4" x 1 3/4"
  • 28" x 1,5"

Schmale Leichtmetallfelgen für Reifen mit 35 mm Breite gab es ab 1954 für die Laufräder von Sporträdern der Marken Diamant und teilweise auch Mifa. Neben der 28"-Größe gab auch eine Variante mit etwas kleinerem Innendurchmesser, die nur am Mifa Modell 9 e, später auch am Mifa Modell 9 b und dem Diamant Wandersportrad verwendet wurde. Hersteller beider Varianten war Grünert. Im Verlauf des Jahres 1955 wurden neue Felgen mit D-Profil eingeführt. 1962 erfolgte der Wechsel auf ein nur kurzzeitig verwendetes, schwach gesicktes Profil, ehe 1963 ein Halbhohlkehl-Profil eingeführt wurde. Letzteres gab es nicht mehr in der genannten Spezialgröße, dafür aber neben der 28"-Variante für Sporträder auch für herkömmliche 26"-; 24" und 20"-Bereifung zur Verwendung an Jugend-, Kinder-, und Klapprädern - hier jeweils in Kombination mit breiten Reifen (47 mm).

Für Tourensporträder, Mifa Modell 10 b und teilweise auch Tourenräder gab es spätestens ab 1949 breite Leichtmetallfelgen mit Flachschulterprofil für 26" und 28" Laufräder. Ab 1959 führte man schrittweise ein sehr ähnliches Profil ein, dessen gerade und verbreiterten Flanken für die Verwendung von Felgenbremsen optimiert waren.

Ab 1971 wurden anstatt schmaler und breiter Ausführungen nunmehr Felgen einer mittleren Einheitsbreite von rund 27 mm verwendet. Sie trugen ein vergleichsweise modernes, fünfflächiges Kantprofil und wurden bis zum Ende der DDR unverändert produziert. In den späten 1980er Jahren kam eine äußerlich identische, jedoch qualitativ höherwertigere Variante hinzu - durch eine spezielle Wärmebehandlung hielten derartige Alufelgen höhere Belastungen aus. Verwendung fanden sie u.a. an Mifa-BMX- und Diamant-Rennsporträdern. Hersteller der Einheitsfelgen war der VEB Walzwerk Hettstedt.

Schlauchreifenfelgen

Querschnitt einer Grünert-Felge
Gut erkennbar sind die drei Hohlkammern: die mittlere wird von den Speichennippeln durchzogen, die beiden äußeren sind hermetisch dicht und enthalten oft Alu-Späne oder Schweißschlacke vom Schließen des Felgenrings (erzeugt hörbares Rascheln)

.

Schlauchreifenfelgen kamen nur im Radsport zum Einsatz, da Schlauchreifen für den Einsatz an Gebrauchsfahrrädern zu empfindlich und zu teuer gewesen wären. Zudem ist der Reparaturaufwand im Falle einer Beschädigung um ein Vielfaches größer als bei Drahtreifen. Neben Renn- und Bahnrädern wurden auch Hallensporträder meist mit großvolumigen Schlauchreifen gefahren. Für die unterschiedlichen Anwendungen gab es eine Vielzahl verfügbarer Größen:

Größen Leichtmetall- und Holzfelgen für Schlauchreifen:

  • 27" x 1" (für Straßen- und Bahnrennrad)
  • 24" x 1" (für Steherrad; Vorderrad)
  • 24" x 1,5" (48 und 36 Loch; Breite 22 mm; für Kunstfahren/Radball/Reigen/Radpolo)
  • 26" x 1,25" (48 und 36 Loch; Breite 22 mm; für Kunstfahren/Radball/Reigen/Radpolo)
  • 26" x 1,5" (48 und 36 Loch; Breite 26 mm; für Kunstfahren/Radball/Reigen/Radpolo)
  • 26" x 1,5" (36 und 48 Loch; Holzfelgen; für Reigenfahrräder)


In den 1950er und frühen 1960er Jahren stammten wie alle Leichtmetallfelgen auch die Schlauchreifenfelgen von Grünert. Dieser Betrieb entwickelte in den 1950er Jahren eine seinerzeit einzigartige Konstruktion. Die erste Variante orientierte sich noch an Vorbildern aus den 1930er bzw. 40er Jahren und bestand nur aus einem dünnwandigen Aluminiumrohr, dass in mittels Umformung den charakteristischen Querschnitt bekam; die Speichennippel saßen versenkt und meist mit großen Unterlegscheiben im Inneren der durchgehenden Hohlkammer. Revolutionär war dagegen die stabilere Weiterentwicklung: als Verstärkung besaßen die neuen im Stranggussverfahren hergestellten Grünert-Felgen eine oder zwei Rippen, die das Felgenbett mit der Felgeninnenseite verbinden und damit das Innere der Felge in drei Hohlkammern einteilen. Um diese Verstärkung an keiner Stelle zu schwächen, sind die Speichenlöcher nicht versenkt, sondern schräg durch die gesamte Felge gebohrt, wobei die Köpfe der Speichennippel im Felgenbett liegen. Diese Ausführung erfordert ähnlich wie bei Holzfelgen längere Speichennippel, kommt aber ohne Unterlegscheiben aus. Die verschiedenen Varianten wurden nach bisherigen Kenntnisstand zumindest zeitweise auch parallel produziert und vertrieben; die Systematik der Kennzeichnung mit entsprechenden Logos ist noch nicht endgültig bekannt, sodass der Blick ins Ventilloch der einfachste Weg zur Bestimmung des Felgentyps ist.
Nach der Verstaatlichung der R. Grünert KG und Eingliederung in das Kombinat Motorradwerk Zschopau (MZ) wurde der Felgentyp mit zwei Verstärkungsrippen ohne weitere Veränderungen bis in die 1980er Jahre weiterproduziert, wobei die Qualität durch den zunehmenden Verschleiß der alten Maschinen kontinuierlich abnahm. Das wirkte sich offensichtlich auch auf die Produktionsmenge aus, denn ab den 1980er Jahren wurden auch Schlauchreifenfelgen des Typs "Monthlery Route" vom französischen Hersteller Mavic importiert und ab Werk an Diamant Rennrädern verbaut. Auch in den Radsportvereinen fanden diese Importfelgen bevorzugt Anwendung, da ihr Felgenbett wesentlich besser an die kleinen Querschnitte der modernen Schlauchreifen angepasst war als das der Grünert- bzw. MZ-Felgen, die für die in den 1950er Jahren üblichen großen Querschnitte optimiert waren.

Außer Aluminium-Felgen wurden, wahrscheinlich nur in geringem Umfang, auch Holzfelgen für Rennräder produziert. Bekannt ist bislang die Firma Rogge aus Magdeburg. Zeitschriftenartikeln zufolge wurden Holzfelgen in den 1950er und 1960er Jahren bei Querfeldein-Rennen genutzt. Belegt ist außerdem die Verwendung von Holzfelgen für Saalsporträder.