Diamant Modell 35 156: Unterschied zwischen den Versionen
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Der Rahmen unterschied sich lediglich in einem Detail vom Grundmodell 35 154: Die [[Gabelenden#Ausfallenden|Ausfallenden]] der Vorderradgabel verfügten über je zwei Ösen zur Befestigung des Schutzblechs, während Modell 35 154 hier nur je eine Öse besaß. Die übrigen konstruktiven Details des Rahmens entsprachen jenen des Typs 35 154. Das früheste bislang bekannte Exemplar stammt aus dem I. Quartal 1964 und besitzt bereits [[Anlötteile]] zur Befestigung des [[Dynamos]] und des [[Kettenschützer|Kettenschutzes]]. | |||
Eine wesentliche Gebrauchswertsteigerung wurde durch die Verwendung einer [[Bremsen|Felgenbremse]] in Verbindung mit Felgen mit dafür optimierten Flanken erzielt. Zwar war die Bremswirkung aufgrund der verlängerten Bremsschenkel nicht so gut wie bei den Sporträdern, verglichen mit der Stempelbremse des Grundmodells 35 154 war dies dennoch eine wesentliche Verbesserung. Solche Felgenbremsen gab zwar schon seit Ende der 1950er Jahre von [[Alda]], werksseitig gab es sie aber nur kurzzeitig am [[Mifa Modell 10 b]]. | |||
Darüber hinaus hob sich Modell 35 156 durch einige Merkmale vom Grundmodell ab, die Komfort und Eleganz erhöhten. Ein großzügiger [[Lenker|Bocklenker]], den es nur an diesem Modell (und der Herrenausführung) gab, gestattete eine sehr komfortable, wenn auch nicht sehr sportliche Fahrweise. Neu und komfortabel waren auch die [[Fahrradgriffe|Lenkergriffe]] aus grauem Kunststoff mit ergonomischer Formgebung. Sie wurden ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre auch bei den übrigen Fahrradtypen eingesetzt. Für erleichterte Unterwegsreparaturen besaß Modell 35 156 analog zu den [[Modelle Diamant#Diamant Sporträder|Sporträdern]] [[Flügelmuttern]]. Anstatt lackierter Stahlschutzbleche besaß es polierte [[Schutzbleche|Aluminiumschutzbleche]], die vorn verlängert und mit zusätzlicher Schutzblechstrebe versehen waren. Alle Schutzblechstreben verliefen außen (Überlaufstreben) und waren mit Klemmen aus Metall bzw. später aus Kunststoff befestigt. Diese Art der Befestigung erwies sich als weniger schadanfällig. Die Klemmen waren recht robust gefertigt, während die Klemmplättchen der üblichen Aluminium-[[Schutzbleche#Befestigung von Schutzblechen|Schutzblechstreben]] sehr bruchanfällig waren. Auch der [[Kettenschützer|Kettenschutz]] bestand zunächst aus Aluminium. Anders als die Herrenausführung hatte die Damenvariante einen [[Sättel|Tourensattel]] sowie ein [[Kleidernetze|Kleidernetz]]. Dieses war anders als beim Grundmodell nicht gewirkt, sondern sportlich-einzelfädig. | |||
Um 1970 kostete diese Ausführung 291,- Mark und war damit etwa 50 Mark teurer als das Grundmodell.<br>Die folgende Tabelle erlaubt eine Übersicht über die Unterschiede in den Ausstattungsdetails der Tourensporträder, wie sie zwischen 1964 und 1975 bestanden. | |||
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Der Typ 35 156 wurde in den ersten drei Produktionsjahren mehrfach im Detail weiterentwickelt | Der Typ 35 156 wurde vor allem in den ersten drei Produktionsjahren mehrfach im Detail weiterentwickelt. So besitzen frühe Fahrräder noch einen Kettenschutz aus Aluminium. Bereits im Verlauf des Jahres 1965 ging man zu einem verchromten Kettenschutz aus Stahlblech über. Zudem wurde in den ersten Produktionswochen ein [[Gepäckträger]] in "Schwedenform" verwendet. Noch vor Juni 1964 vollzog man die Umstellung auf jene Gepäckträger, die am Stegrohr zwischen den Kettenstreben befestigt werden konnten. Spätestens ab Mitte 1966 waren die Gepäckträger dann verchromt statt in Rahmenfarbe lackiert. Ebenfalls bis spätestens Mitte 1966 hatte man auch die Form der Schutzbleche überarbeitet, sie besaßen nunmehr rot ausgelegte Sicken (bisher ohne Sicken, aber mit roter Linierung). Anfang der 1970er Jahre wurden die breiten [[Felgen#Leichtmetallfelgen|Felgen]] durch deutlich schmalere mit fünfflächigem Profil ersetzt. Etwa zur selben Zeit wurde der [[Lenker|Gesundheitslenker]] durch eine schmalere, aber ähnlich geformte Ausführung mit Kunststoffmanschette ersetzt. Eine Angleichung an die [[Modelle Mifa#Mifa Tourensporträder|Tourensporträder]] von Mifa fand 1973 statt, indem das Stegrohr zwischen den Kettenstreben durch eine einfachere Stegplatte ersetzt wurde. Zuletzt wurde auch das Kettenblatt geändert. | ||
===Lackierung und Rahmendekor=== | ===Lackierung und Rahmendekor=== | ||
Analog der einfacheren Ausführung besaß auch das Modell 35 156 eine Zweifarb-Lackierung, wobei der Bereich des Steuerkopfes weiß, der übrige Rahmen hingegen farbig gehalten war. Auch das Rahmendekor war identisch, es wurde im Verlauf des | Analog der einfacheren Ausführung besaß auch das Modell 35 156 eine Zweifarb-Lackierung, wobei der Bereich des Steuerkopfes weiß, der übrige Rahmen hingegen farbig gehalten war. Auch das Rahmendekor war identisch, es wurde im Verlauf des Jahre 1964 zwei- oder sogar dreimal und 1965 noch zweimal überarbeitet, danach blieb es die übrige Bauzeit hinweg unverändert. Anders als das Modell 35 154 hatte die hier beschriebene Ausführung eine [[Lackierung#Metallic-Lack ("Fischsilber-Lack")|metallic]]-Lackierung. Details zu den bei Diamant verwendeten Rahmendekoren sind [[Datierung Diamant Fahrräder#Datierung mit Hilfe des Rahmendekors|hier]] zu finden. | ||
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Diamant Modell 35 156 von 1964 Bild3.JPG|Die [[Schutzbleche]] sind etwas breiter und weniger profiliert als die spätere Ausführung. Bei dem Wimpel handelt es sich um zeitgenössisches Zubehör. Die etwas ausgedunkelten [[Reifen]] sind noch mit [[TSG]] geprägt. | Diamant Modell 35 156 von 1964 Bild3.JPG|Die [[Schutzbleche]] sind etwas breiter und weniger profiliert als die spätere Ausführung. Bei dem Wimpel handelt es sich um zeitgenössisches Zubehör. Die etwas ausgedunkelten [[Reifen]] sind noch mit [[TSG]] geprägt. | ||
Diamant Modell 35 156 von 1964 Bild5.JPG|Dieses Oberrohr- und Gabelscheiden-Dekor wurde nur kurzzeitig 1964 verwendet. Zudem ist am Unterrohr das Touren-Sport-Schiebebild weiter unten platziert als es später üblich war. Die [[Nabenputzringe]] wurden erneuert. | Diamant Modell 35 156 von 1964 Bild5.JPG|Dieses Oberrohr- und Gabelscheiden-Dekor wurde nur kurzzeitig 1964 verwendet. Zudem ist am Unterrohr das Touren-Sport-Schiebebild weiter unten platziert als es später üblich war. Die [[Nabenputzringe]] wurden erneuert. | ||
Diamant Modell 35 156 von 1964 Bild6.JPG|Bereits mit [[Fahrradgriffe|Griffen]] aus Kunststoff, die | Diamant Modell 35 156 von 1964 Bild6.JPG|Bereits mit [[Fahrradgriffe|Griffen]] aus Kunststoff, die hierbei eher metallisch-grau als beige sind und noch eine bauchigere Form als spätere Ausführungen aufweisen. Auch die Seilzughülse ist noch metallisch-grau. Der 61 cm breite Lenker bietet hohen Fahrkomfort und lässt anders als die späteren, schmaleren Ausführungen genug Kniefreiheit. | ||
Diamant 35 156 1964 Bild1.jpg|Dieses Exemplar in einem dunkleren grün-metallic stammt aus der zweiten Jahreshälfte 1964. Es hat bereits das vereinfachte Dekor an Oberrohr und Gabelscheiden. Wie auch beim vorstehenden Rad entspricht der Gepäckträger schon der moderneren Ausführung und der Scheinwerfer ist bereits das kleinere Modell [[FER Scheinwerfer#Moderne_Scheinwerfer-Modelle_mit_Metallgehäuse_(1._Serie)|8707.14]] mit 50 mm Lichtaustritt. | Diamant 35 156 1964 Bild1.jpg|Dieses Exemplar in einem dunkleren grün-metallic stammt aus der zweiten Jahreshälfte 1964. Es hat bereits das vereinfachte Dekor an Oberrohr und Gabelscheiden. Wie auch beim vorstehenden Rad entspricht der Gepäckträger schon der moderneren Ausführung und der Scheinwerfer ist bereits das kleinere Modell [[FER Scheinwerfer#Moderne_Scheinwerfer-Modelle_mit_Metallgehäuse_(1._Serie)|8707.14]] mit 50 mm Lichtaustritt. | ||
Aktuelle Version vom 23. Januar 2026, 19:09 Uhr
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Einordnung in die Modellpalette
Anscheinend zeitgleich mit einer optischen Überarbeitung der Modellpalette erschienen 1964 bei Diamant die Modelle 35 156 (Damenausführung, 26") und 35 105 (Herrenausführung, 26") als Luxus-Ausführungen der Tourensporträder. Konstruktiv geht der hier beschriebene Typ weitgehend auf das Modell 35 154 zurück, die Ausstattung hingegen war verbessert worden. Während der 1960er Jahre wurde das Grundmodell offenbar häufiger produziert als die Luxus-Variante, doch im Laufe der 1970er Jahre wurde das hier beschriebene Modell dominierend - vermutlich aufgrund des Produktionsbeginns der Tourensporträder bei Mifa, die in einer weitgehend ähnlichen Ausstattung angeboten wurden wie das einfache Modell 35 154 von Diamant. Zumindest scheint der Anteil des Typs 35 156 an der Gesamtproduktion nach 1970 angestiegen zu sein. Eine Änderung der Rahmenform führte 1975 zu der neuen Typenbezeichnung Modell 35 160.
Rahmen und Ausstattung
Der Rahmen unterschied sich lediglich in einem Detail vom Grundmodell 35 154: Die Ausfallenden der Vorderradgabel verfügten über je zwei Ösen zur Befestigung des Schutzblechs, während Modell 35 154 hier nur je eine Öse besaß. Die übrigen konstruktiven Details des Rahmens entsprachen jenen des Typs 35 154. Das früheste bislang bekannte Exemplar stammt aus dem I. Quartal 1964 und besitzt bereits Anlötteile zur Befestigung des Dynamos und des Kettenschutzes.
Eine wesentliche Gebrauchswertsteigerung wurde durch die Verwendung einer Felgenbremse in Verbindung mit Felgen mit dafür optimierten Flanken erzielt. Zwar war die Bremswirkung aufgrund der verlängerten Bremsschenkel nicht so gut wie bei den Sporträdern, verglichen mit der Stempelbremse des Grundmodells 35 154 war dies dennoch eine wesentliche Verbesserung. Solche Felgenbremsen gab zwar schon seit Ende der 1950er Jahre von Alda, werksseitig gab es sie aber nur kurzzeitig am Mifa Modell 10 b.
Darüber hinaus hob sich Modell 35 156 durch einige Merkmale vom Grundmodell ab, die Komfort und Eleganz erhöhten. Ein großzügiger Bocklenker, den es nur an diesem Modell (und der Herrenausführung) gab, gestattete eine sehr komfortable, wenn auch nicht sehr sportliche Fahrweise. Neu und komfortabel waren auch die Lenkergriffe aus grauem Kunststoff mit ergonomischer Formgebung. Sie wurden ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre auch bei den übrigen Fahrradtypen eingesetzt. Für erleichterte Unterwegsreparaturen besaß Modell 35 156 analog zu den Sporträdern Flügelmuttern. Anstatt lackierter Stahlschutzbleche besaß es polierte Aluminiumschutzbleche, die vorn verlängert und mit zusätzlicher Schutzblechstrebe versehen waren. Alle Schutzblechstreben verliefen außen (Überlaufstreben) und waren mit Klemmen aus Metall bzw. später aus Kunststoff befestigt. Diese Art der Befestigung erwies sich als weniger schadanfällig. Die Klemmen waren recht robust gefertigt, während die Klemmplättchen der üblichen Aluminium-Schutzblechstreben sehr bruchanfällig waren. Auch der Kettenschutz bestand zunächst aus Aluminium. Anders als die Herrenausführung hatte die Damenvariante einen Tourensattel sowie ein Kleidernetz. Dieses war anders als beim Grundmodell nicht gewirkt, sondern sportlich-einzelfädig.
Um 1970 kostete diese Ausführung 291,- Mark und war damit etwa 50 Mark teurer als das Grundmodell.
Die folgende Tabelle erlaubt eine Übersicht über die Unterschiede in den Ausstattungsdetails der Tourensporträder, wie sie zwischen 1964 und 1975 bestanden.
| Ausstattungsdetail | Modell 35 154 | Modell 35 156 |
|---|---|---|
| Lenker | Flachlenker | "Gesundheitslenker" |
| Vorderradbremse | Stempelbremse mit Bowdenzug | Felgenbremse |
| Achsmuttern | Sechskantmuttern | Flügelmuttern |
| Kettenschutz | Stahl, lackiert | Stahl, verchromt (bis 1965: Aluminium, blank) |
| Gepäckträger | lackiert | verchromt (bis 1965: lackiert) |
| Schutzbleche | Stahl, lackiert | Aluminium, poliert |
| Lackierung | Uni-Lack | Metallic-Lack |
| Kleidernetz | klassisch | sportlich |
Änderungen während der Produktionszeit
Der Typ 35 156 wurde vor allem in den ersten drei Produktionsjahren mehrfach im Detail weiterentwickelt. So besitzen frühe Fahrräder noch einen Kettenschutz aus Aluminium. Bereits im Verlauf des Jahres 1965 ging man zu einem verchromten Kettenschutz aus Stahlblech über. Zudem wurde in den ersten Produktionswochen ein Gepäckträger in "Schwedenform" verwendet. Noch vor Juni 1964 vollzog man die Umstellung auf jene Gepäckträger, die am Stegrohr zwischen den Kettenstreben befestigt werden konnten. Spätestens ab Mitte 1966 waren die Gepäckträger dann verchromt statt in Rahmenfarbe lackiert. Ebenfalls bis spätestens Mitte 1966 hatte man auch die Form der Schutzbleche überarbeitet, sie besaßen nunmehr rot ausgelegte Sicken (bisher ohne Sicken, aber mit roter Linierung). Anfang der 1970er Jahre wurden die breiten Felgen durch deutlich schmalere mit fünfflächigem Profil ersetzt. Etwa zur selben Zeit wurde der Gesundheitslenker durch eine schmalere, aber ähnlich geformte Ausführung mit Kunststoffmanschette ersetzt. Eine Angleichung an die Tourensporträder von Mifa fand 1973 statt, indem das Stegrohr zwischen den Kettenstreben durch eine einfachere Stegplatte ersetzt wurde. Zuletzt wurde auch das Kettenblatt geändert.
Lackierung und Rahmendekor
Analog der einfacheren Ausführung besaß auch das Modell 35 156 eine Zweifarb-Lackierung, wobei der Bereich des Steuerkopfes weiß, der übrige Rahmen hingegen farbig gehalten war. Auch das Rahmendekor war identisch, es wurde im Verlauf des Jahre 1964 zwei- oder sogar dreimal und 1965 noch zweimal überarbeitet, danach blieb es die übrige Bauzeit hinweg unverändert. Anders als das Modell 35 154 hatte die hier beschriebene Ausführung eine metallic-Lackierung. Details zu den bei Diamant verwendeten Rahmendekoren sind hier zu finden.
Galerie
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Ein Modell 35 164 aus der ersten Jahreshälfte 1964 in mintgrün-metallic. Rücklicht und Dynamo datiert mit II/64, Scheinwerfer mit 06/64. Unrestaurierter, vollständiger Originalzustand.
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Der Kettenschutz ist aus Aluminium. Das Kleidernetz war ebenso wie Luftpumpe und Werkzeugtasche im Fundzustand noch vorhanden, offenbar ist das Fahrrad nur wenig gefahren worden.
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Die Schutzbleche sind etwas breiter und weniger profiliert als die spätere Ausführung. Bei dem Wimpel handelt es sich um zeitgenössisches Zubehör. Die etwas ausgedunkelten Reifen sind noch mit TSG geprägt.
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Dieses Oberrohr- und Gabelscheiden-Dekor wurde nur kurzzeitig 1964 verwendet. Zudem ist am Unterrohr das Touren-Sport-Schiebebild weiter unten platziert als es später üblich war. Die Nabenputzringe wurden erneuert.
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Bereits mit Griffen aus Kunststoff, die hierbei eher metallisch-grau als beige sind und noch eine bauchigere Form als spätere Ausführungen aufweisen. Auch die Seilzughülse ist noch metallisch-grau. Der 61 cm breite Lenker bietet hohen Fahrkomfort und lässt anders als die späteren, schmaleren Ausführungen genug Kniefreiheit.
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Dieses Exemplar in einem dunkleren grün-metallic stammt aus der zweiten Jahreshälfte 1964. Es hat bereits das vereinfachte Dekor an Oberrohr und Gabelscheiden. Wie auch beim vorstehenden Rad entspricht der Gepäckträger schon der moderneren Ausführung und der Scheinwerfer ist bereits das kleinere Modell 8707.14 mit 50 mm Lichtaustritt.
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Diese Lenkergriffe wurden vermutlich nachträglich montiert.
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Auszug aus dem Katalog des konsument-Versandhauses Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) von 1965. Die gezeigten Fahrräder besitzen noch Schutzbleche in der frühen Ausführung, in Rahmenfarbe lackierte Gepäckträger und Leichtmetall-Kettenschützer. Die Abbildung vermittelt einen Eindruck vom Farbton der Bereifung im Auslieferungszustand.
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Ein original erhaltenes Modell 35 156 von 1965, lediglich die Reifen wurden erneuert. Kleidernetz fehlt.
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Am Sitzrohr wurde das Dekor nochmals überarbeitet.
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Der in den Abmessungen unveränderte Kettenschutz besteht hier bereits aus verchromtem Stahlblech, wobei nicht gesichert ist, ob er ab Werk oder erst nachträglich ersatzweise montiert wurde.
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Dieses Exemplar ist in blau-metallic lackiert. Es besitzt ebenfalls noch die die Schutzbleche der ersten Ausführung und hat noch den in Rahmenfarbe lackierten Gepäckträger.
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Dieses hervorragend erhaltene Modell 35 156 aus dem Jahre 1968 besitzt neben dem nochmals geänderten Dekor die neueren Schutzbleche mit Sicken, einen verchromten Gepäckträger und einen verchromten Kettenschutz.
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Es befindet sich im Originalzustand, nur die Bereifung wurde erneuert. Kleidernetz fehlt.
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Der damals noch 61 cm breite Bocklenker gestattet eine ausgesprochen bequeme, wenn auch nicht sehr sportliche Körperhaltung beim Fahren. Spätestens 1970 wurde er durch eine 56 cm breite Ausführung ersetzt, die wenig später nochmals auf 54 cm reduziert wurde.
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Prospektabbildung von 1968.
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Eine Abbildung aus demselben Prospekt, gezeigt ist jedoch eine ältere Ausführung. Erkennbar ist das Sportkleidernetz. Unklar ist, ob Modell 35 156 zeitweise tatsächlich mit einem Terrysattel ausgestattet wurde, so wie hier dargstellt.
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Bis auf das Rücklicht und den Seilzug, ist dieses Exemplar von 1970 original erhalten. Der hellgrau/weiße Kunstledersattel wurde nur kurzzeitig in diesem Zeitraum verwendet. Das Fahrrad hat noch den Lenker ohne Plastemuffe und Felgen mit Flachschulterprofil.
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Abbildung aus einem Katalog des Jahres 1974, das vermutlich die Ausführung 1973 zeigt. Ausgestattet mit dem 54 cm breiten Bocklenker mit Kunststoffmuffe, Rücklicht Typ 8507.8 und Scheinwerfertyp 8707.24 aus Kunststoff, Sattel mit Gummidecke und Luftpumpengriff aus Kunststoff.
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Prospektfoto von 1974. Der Schwanenhalsrahmen war zu dieser Zeit international bereits zugunsten einer rationelleren Fertigung aus der Mode gekommen. Im Jahr 1975 wurde er schließlich auch bei Diamant aus dem Sortiment gestrichen. Mifa hingegen behielt einen solchen Rahmen noch einige Jahre in Gestalt des Mifa Modell 159 bei.
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Ein Exemplar von 1974. Einige Zubehörteile wie Ständer, Reflektoren, Kleidernetz und Luftpumpe sind nicht original. Das relativ hochwertige Tretlager in BSA-Bauweise wurde bis zum Schluss beibehalten und erst beim Nachfolgemodell 35 160 vereinfacht. Das Kettenblatt hingegen wurde noch 1974 durch eine geänderte Ausführung ersetzt, wie dieses Bild zeigt.
Anlötteile am Rahmen
| Verwendungszweck | Bemerkungen |
|---|---|
| Halterung für Luftpumpe | am Sattelrohr |
| Halterung für Dynamo | am Hinterbau |
| Halterung für Kettenschutz |
Technische Merkmale
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